Unsere Passübungsserie verbindet grundlegende Technikarbeit mit Footwork, Jumpsets, Koordination und offensiven Zuspielvarianten. Die Übungen lassen sich vor dem Training, als Station innerhalb einer Trainingseinheit oder zu Hause durchführen. Damit sind sie auch das perfekte Ferienprogramm für alle, die ihre Passtechnik verbessern und gleichzeitig möglichst viele Ballkontakte sammeln möchten.
Beim Zuspiel entscheiden oft kleine technische Details darüber, ob der Ball präzise beim Angriff ankommt. An der Wand können diese Details mit vielen Wiederholungen gefestigt werden, ohne dass dafür das gesamte Team oder eine angreifende Person benötigt wird.
Die Wand gibt sofort Rückmeldung: Kommt der Ball gerade zurück? Bleibt die Flugkurve konstant? Kann die Bewegung ohne Unterbruch wiederholt werden? Je sauberer der Pass gespielt wird, desto kontrollierter kommt der Ball zurück.
Wandübungen helfen dabei, die folgenden Fähigkeiten zu entwickeln:
Wichtig ist jedoch: Wandtraining ergänzt spielnahe Passübungen, ersetzt sie aber nicht. Zuspieler:innen müssen im Teamtraining weiterhin lernen, Annahmen zu lesen, Entscheidungen zu treffen und verschiedene Angreifer:innen aus unterschiedlichen Situationen anzuspielen.
Bevor du mit den Übungen startest, solltest du dich auf einige zentrale Punkte konzentrieren.
Der Ball sollte möglichst früh und hoch gespielt werden. Warte nicht, bis er tief in deine Hände fällt. Ein hoher Kontaktpunkt gibt dir mehr Zeit, macht deine Passbewegung schneller und erschwert es dem gegnerischen Block, deine Entscheidung zu lesen.
Die Ellenbogen unterstützen die Bewegung, sollten aber nicht stark nach unten absinken oder weit nach aussen ausbrechen. Die eigentliche Beschleunigung entsteht aus einer kompakten Streckbewegung und einer schnellen Aktion der Handgelenke.
Der Ball wird weich aufgenommen und kontrolliert beschleunigt. Deine Hände sollten nicht steif sein. Gleichzeitig darf der Ball auch nicht lange in den Händen bleiben.
Also merke dir:
Soft in: Den Ball weich und kontrolliert aufnehme
Firm out: Den Ball aktiv, klar und präzise herausspielen.
Eine schnelle Handgelenksbewegung hilft dir, den Ball mit wenig sichtbarer Bewegung zu beschleunigen. Das macht deine Zuspiele dynamischer und später auch weniger gut lesbar.
Bringe deine Bewegung konsequent zu Ende. Nach dem Ballkontakt zeigen deine Hände in Richtung Ziel. Ein sauberer Follow-through unterstützt die Präzision und hilft dir, die Bewegung bei jedem Pass möglichst gleich auszuführen. Überprüfe zudem dass du am Schluss der Bewegung immer noch das Dreieck in deinen Händen sehen kannst.
Stelle dich nahe vor die Wand und spiele kurze, schnelle Pässe. Der Ball soll in einem kontrollierten Rhythmus zwischen deinen Händen und der Wand hin- und herfliegen. Der geringe Abstand zwingt dich dazu, schnell zu reagieren und den Ball früh zu spielen. Für eine grosse Armbewegung bleibt keine Zeit. Genau deshalb eignet sich die Übung hervorragend, um eine kompakte Bewegung und schnelle Handgelenke zu entwickeln.
Darauf solltest du achten.
Input für Coaches
Achte nicht nur darauf, wie viele Wiederholungen die Spieler:innen schaffen. Beobachte vor allem die Qualität der Bewegung. Sinkt der Kontaktpunkt ab? Werden die Ellenbogen immer grösser bewegt? Wird der Ball zunehmend geschlagen statt kontrolliert gespielt? Unterbrich die Serie, sobald die Technik deutlich nachlässt. Zehn saubere Kontakte sind wertvoller als fünfzig hektische Wiederholungen.
Gehe ungefähr zwei Schritte von der Wand weg. Spiele den Ball weiterhin hoch und mit einer schnellen Handgelenksbewegung an die Wand. In dieser Distanz benötigst du zusätzlich eine aktive Beinarbeit. Nutze die Schrittfolge links–rechts, um dich unter den Ball zu bewegen, deinen Körper zu stabilisieren und dich zum Ziel auszurichten.
Darauf solltest du achten:
Input für Coaches
Bei dieser Übung sollte das Footwork nicht vom Zuspiel getrennt betrachtet werden. Die Spieler:innen müssen lernen, früh zum Ball zu gelangen und vor dem Kontakt möglichst stabil zu sein. Setze deshalb nicht zu viele Korrekturen gleichzeitig. Definiere beispielsweise für eine Serie nur den Fokus «Links–rechts und stabil stehen». In der nächsten Serie kann der Kontaktpunkt oder der Follow-through im Mittelpunkt stehen.
Nun wird das Zuspiel dynamischer. Spiele den Ball im Sprung an die Wand. Springe kontrolliert ab und versuche, den Ball in der Luft möglichst früh und hoch zu kontaktieren. Jump Sets ermöglichen es Zuspieler:innen, das Spiel zu beschleunigen. Gleichzeitig kann der hohe Kontaktpunkt dabei helfen, die Passrichtung länger offen zu halten.
Darauf solltest du achten:
Input für Coaches
Beobachte neben dem Ballkontakt auch die Landung. Spieler:innen sollten nicht unkontrolliert nach vorne, hinten oder zur Seite abdriften. Eine stabile Landung ist die Grundlage dafür, dass sie sich direkt für die nächste Spielsituation orientieren können. Beginne mit einzelnen Jump Sets. Erst wenn die Bewegung stabil ist, sollten mehrere Sprungzuspiele direkt hintereinander gespielt werden.
Spiele den Ball fortlaufend an die Wand. Während der Ball in der Luft ist, drehst du dich schrittweise einmal um die eigene Achse. Danach wechselst du die Drehrichtung und bewegst dich wieder zurück.
Die Übung verbindet Zuspieltechnik, Orientierung und Koordination. Trotz der Drehung soll der Ball möglichst konstant an dieselbe Stelle der Wand gespielt werden.
Darauf solltest du achten:
Input für Coaches
Diese Übung eignet sich gut, um zu erkennen, ob die Spieler:innen ihre Technik auch unter koordinativem Druck stabil halten können. Die Drehung darf jedoch nicht wichtiger werden als die Passqualität. Wird der Ball unkontrolliert, kann die Drehung in kleinere Abschnitte aufgeteilt werden. Zum Beispiel spielen die Athlet:innen zunächst zwei Pässe pro Vierteldrehung.
Spiele kurze, einhändige Finten an die Wand. Beginne mit der rechten Hand und wechsle danach zur linken Hand. Die Bewegung soll schnell und kontrolliert aus dem Handgelenk erfolgen. Ziel ist nicht, den Ball hart gegen die Wand zu schlagen. Vielmehr geht es darum, mit einer kurzen Bewegung Gefühl und Präzision zu entwickeln.
Darauf solltest du achten:
Für diese Übung sitzt die zuspielende Person mit Blick zur Wand. Der Coach steht hinter ihr und droppt den Ball kontrolliert in ihre vorbereiteten Hände.
Danach folgt eine Kombination aus drei Pässen:
Der Coach fängt den Ball und startet die nächste Wiederholung erneut mit einem kontrollierten Drop.
Darauf solltest du achten:
Input für Coaches
Durch die sitzende Position kann weniger Kraft aus den Beinen erzeugt werden. Dadurch rücken Handform, Ballgefühl, Handgelenksbewegung und Follow-through stärker in den Fokus. Trotzdem sollte die Übung nicht dazu führen, dass die Spieler:innen den Ball ausschliesslich aus den Armen spielen. Die Körpermitte bleibt aktiv und der Oberkörper stabil. Der Drop des Coaches sollte so präzise sein, dass die Athlet:innen technisch sauber arbeiten können.
Die Wandserie eignet sich besonders gut für zusätzliche Ballkontakte ausserhalb des regulären Teamtrainings. Du kannst einzelne Übungen auswählen oder die gesamte Serie durchführen.
Eine mögliche kurze Einheit:
Im ersten Durchgang kannst du dich beispielsweise auf den hohen Kontaktpunkt konzentrieren. Im zweiten Durchgang liegt der Fokus auf den Handgelenken und im dritten auf dem Follow-through. Beende eine Übung, wenn du merkst, dass deine Technik unsauber wird. Das Ziel besteht nicht darin, möglichst lange durchzuhalten. Entscheidend sind kontrollierte und wiederholbare Kontakte.
Die Übungen lassen sich flexibel in eine Trainingseinheit einbauen:
Vor dem Training: als individuelle Vorbereitung für Zuspieler:innen
Während des Warm-ups: als technische Aktivierung mit Ball
Im Stationentraining: als separate Zuspielstation, wenn die Angreifer:innen spezifisch am Angriff oder der Annahme arbeiten
Coaches sollten dabei einen klaren Schwerpunkt definieren. Werden gleichzeitig Handform, Füsse, Ellenbogen, Kontaktpunkt und Follow-through korrigiert, kann dies die Spieler:innen überfordern. Ein konkreter Fokus pro Serie führt meistens zu besseren Lernresultaten. Nach der isolierten Wandarbeit sollte ein Transfer in eine spielnahe Übung erfolgen. Die Zuspieler:innen können beispielsweise zuerst an der Wand arbeiten und danach Annahmen oder Verteidigungsbälle auf verschiedene Angriffspositionen zuspielen. So wird die gefestigte Technik direkt mit Wahrnehmung und Entscheidungsfindung verbunden.
in den Ferien fehlen häufig Mitspieler:innen, Trainingszeiten oder eine freie Halle. Eine stabile Wand, ein Volleyball und wenige Minuten reichen jedoch aus, um an deiner Technik weiterzuarbeiten. Regelmässige kurze Einheiten helfen dir, das Ballgefühl zu behalten und viele zusätzliche Kontakte zu sammeln. Dabei gilt immer: Trainiere nicht einfach mehr. Trainiere bewusster.
Achte auf deinen Kontaktpunkt, deine Handform, deine Handgelenke und einen sauberen Follow-through. Denn jeder kontrollierte Ballkontakt bringt dich deinem Ziel näher: präzisere Zuspiele, schnellere Hände und mehr Sicherheit auf dem Volleyballfeld.
Also: Ball schnappen, Wand suchen und loslegen. Deine Angreifer:innen werden den Unterschied merken.