Für Kids Volley Coaches stellt sich deshalb eine zentrale Frage: Wie erkläre ich das Zuspiel so einfach, dass Kinder zwischen 6 und 12 Jahren es verstehen, spüren und mit Freude üben können?
Die Antwort liegt nicht in komplizierten technischen Erklärungen. Kinder brauchen klare Bilder, einfache Begriffe und viele spielerische Wiederholungen. Genau hier helfen Keypoints wie Körbchen bilden, alle 10 Finger am Ball, Dreieck mit den Fingern und Ellbogenposition.
Im Volleyball ist das Zuspiel die Verbindung zwischen Annahme und Angriff. Ohne sauberes Zuspiel wird es schwierig, einen Angriff aufzubauen. Im Kids Volley geht es jedoch noch nicht darum, perfekte Pässe wie bei Elite-Teams zu spielen. Viel wichtiger ist, dass Kinder früh ein gutes Ballgefühl entwickeln und lernen, den Ball kontrolliert über dem Kopf zu spielen.
Ein gutes Kids-Training legt deshalb den Fokus auf:
Wenn Kinder das Zuspiel früh mit positiven Bildern verbinden, entsteht eine technische Basis, auf der sie später weiter aufbauen können.
Kinder lernen stark über Bilder. Der Begriff „Körbchen“ funktioniert im Kids Volley besonders gut, weil er sofort verständlich ist. Die Kinder können sich vorstellen, dass sie den Ball mit den Händen auffangen möchten, ohne ihn wirklich festzuhalten.
Als Coach kannst du sagen: „Stell dir vor, du bildest mit deinen Händen ein kleines Körbchen für den Ball.“
Dieses Bild hilft den Kindern, die Hände offen, weich und bereit zu halten. Die Finger sind nicht steif, sondern aktiv und leicht gespannt. Genau das ist entscheidend, damit der Ball nicht hart von den Händen abprallt, sondern kontrolliert gespielt werden kann.
Wichtig: Das Körbchen soll oberhalb der Stirn entstehen, nicht vor der Brust und nicht zu weit hinter dem Kopf. So lernen die Kinder früh die richtige Kontaktposition.
Ein häufiger Fehler im Kids Volleyball ist, dass Kinder den Ball nur mit zwei, vier oder sechs Fingern berühren. Dadurch fehlt Kontrolle, der Ball dreht ungewollt weg oder wird seitlich unsauber gespielt. Darum ist der Keypoint „alle 10 Finger am Ball“ so wertvoll. Für Kinder ist diese Formulierung einfach und konkret. Sie verstehen sofort: Nicht nur die Daumen, nicht nur die Zeigefinger, sondern alle Finger helfen mit.
Als Coach kannst du daraus eine kleine Kontrollfrage machen:
„Hast du den Ball mit allen 10 Fingern gespürt?“
Diese Frage bringt die Kinder ins eigene Wahrnehmen. Sie beginnen, den Kontakt bewusster zu fühlen. Genau das ist im Techniktraining extrem wichtig: Kinder sollen nicht nur hören, was richtig ist, sondern selbst merken, wie sich eine gute Bewegung anfühlt.
Der nächste zentrale Keypoint ist das Dreieck. Daumen und Zeigefinger bilden vor der Stirn eine Dreiecksform. Dieses Dreieck hilft den Kindern, die Hände symmetrisch und stabil zu positionieren.
Ein einfacher Coaching-Input lautet: „Zeig mir dein Dreieck.“
Bevor der Ball gespielt wird, können die Kinder kurz ihr Dreieck zeigen. So kannst du als Coach schnell kontrollieren, ob die Handform stimmt. Gerade bei jüngeren Kindern ist diese visuelle Kontrolle sehr hilfreich. Achte darauf, dass das Dreieck nicht zu eng ist. Die Hände sollen nicht wie eine starre Schale wirken, sondern breit genug sein, damit der Ball mit allen Fingern berührt werden kann. Die Finger sind locker gespreizt, die Handgelenke vorbereitet und die Hände zeigen zum Ziel.
Die Ellbogen sind beim Zuspiel oft ein unterschätzter Punkt. Viele Kinder ziehen die Ellbogen zu weit nach aussen oder lassen sie zu tief hängen. Beides erschwert eine saubere Ballkontrolle.
Ein hilfreicher Coaching Input ist: „Ellbogen leicht nach vorne.“
Die Ellbogen sollen nicht komplett seitlich wegklappen, sondern leicht nach vorne zeigen. Dadurch entsteht eine schöne Form am Ball und die Hände bleiben stabil. Gleichzeitig können die Kinder den Ball besser über der Stirn spielen. Für Kids Volley Coaches ist wichtig: Erkläre die Ellbogenposition nicht zu technisch. Kinder müssen nicht wissen, welche Gelenkwinkel ideal sind. Sie brauchen ein einfaches Bewegungsbild.
Zum Beispiel: „Deine Ellbogen schauen ein bisschen nach vorne, als würdest du den Ball begrüssen.“ Das ist einfach, bildlich und kindgerecht.
Ellenbogen zu eng oder weit nach aussen geklappt:
Die richtige Position der Ellenbogen: Natürliche Haltung
Damit Kinder sich verbessern können, müssen Coaches die häufigsten Fehler schnell erkennen. Diese Punkte treten besonders oft auf:
Viele Kinder warten zu lange und spielen den Ball vor dem Gesicht oder vor der Brust. Erinnere sie daran: „Körbchen über der Stirn.“ Wenn die Hände hart sind, springt der Ball unkontrolliert weg. Hier hilft: „Weiche Finger, aktives Körbchen.“ Dann fehlt Kontrolle. Stelle die Frage: „Hast du alle 10 Finger gespürt?“ Dadurch wird die Handform instabil. Korrigiere mit: „Ellbogen leicht nach vorne.“
Ohne gute Position wird auch die beste Handform schwierig. Nutze einfache Footwork-Übungen, damit die Kinder lernen, zuerst zum Ball zu gehen und dann zu spielen.
Kids Volley Training sollte aktiv, abwechslungsreich und positiv sein. Zu lange Erklärungen funktionieren selten. Besser sind kurze Inputs, klare Aufgaben und viele Wiederholungen.
Eine einfache Übungsreihe könnte so aussehen:
Übung 1: Dreieck zeigen
Alle Kinder stehen ohne Ball. Auf Kommando zeigen sie ihr Dreieck über der Stirn. Danach kontrollieren sie gegenseitig: Sind Daumen und Zeigefinger sichtbar? Sind die Finger locker gespreizt?
Übung 2: Ball ins Körbchen legen
Ein Kind hält den Ball, legt ihn sanft in das Körbchen des anderen Kindes und kontrolliert die Handform. Danach wechseln.
Übung 3: Selbst hochwerfen und fangen
Die Kinder werfen den Ball leicht hoch und fangen ihn im Körbchen über der Stirn. Wichtig: kein Festhalten im Spielkontext, sondern als Vorübung zur Wahrnehmung.
Übung 4: Hochwerfen und zuspielen
Jetzt wird der Ball hochgeworfen und mit oberem Zuspiel wieder nach oben gespielt. Ziel ist nicht maximale Höhe, sondern sauberer Kontakt mit allen 10 Fingern.
Übung 5: Partner-Zuspiel mit Zielzone
Zwei Kinder spielen sich den Ball zu. Auf dem Boden kann eine Zielzone markiert werden. So lernen die Kinder, nicht einfach „irgendwohin“ zu spielen, sondern den Ball bewusst auf einen Zielpunkt zu steuern.
Kinder brauchen Bewegung. Wenn Coaches zu lange erklären, verlieren viele Kids die Aufmerksamkeit. Darum gilt im Kids Volley: Kurz erklären. Vormachen. Üben lassen. Korrigieren. Wiederholen.
Ein guter Ablauf ist beispielsweise:
Einen Keypoint nennen
Die Bewegung zeigen
Die Kinder direkt ausprobieren lassen
Eine kurze Korrektur geben
Weiterüben lassen
Statt fünf technische Punkte gleichzeitig zu korrigieren, ist es besser, pro Übung nur einen Fokus zu setzen. Zum Beispiel:
Runde 1: Dreieck
Runde 2: alle 10 Finger
Runde 3: Ball über der Stirn
Runde 4: Ellbogen leicht nach vorne
Runde 5: Zielgenauigkeit
So bleiben die Kinder fokussiert und erleben schneller Fortschritte.
Im Nachwuchsvolleyball ist die Sprache des Coaches entscheidend. Kinder reagieren besser auf positive, klare und bildhafte Sprache als auf lange Fehleranalysen.
Statt zu sagen: „Du hast die Hände falsch.“ Sag lieber: „Zeig mir dein Körbchen nochmal über der Stirn.“
Statt: „Deine Ellbogen sind komplett falsch.“ Sag: „Bring deine Ellbogen leicht nach vorne, dann wird dein Körbchen stabiler.“
Statt: „Du spielst den Ball unsauber.“ Sag: „Versuch, den Ball mit allen 10 Fingern zu spüren.“
Diese kleinen sprachlichen Anpassungen machen einen grossen Unterschied. Sie geben den Kindern eine konkrete Lösung, statt nur einen Fehler zu benennen.
Das obere Zuspiel im Kids Volley muss nicht kompliziert erklärt werden. Wenn Kinder klare Bilder bekommen, können sie die Technik schneller verstehen und mit Freude üben.
Die wichtigsten Keypoints sind:
Für Kids Volley Coaches bedeutet das: Schaffe einfache Lernmomente, arbeite mit positiven Bildern und gib den Kindern viele Möglichkeiten, den Ball zu spüren. So entsteht nicht nur eine bessere Technik, sondern auch mehr Freude, Sicherheit und Selbstvertrauen im Volleyballtraining. Denn am Ende geht es im Kids Volleyball nicht um Perfektion. Es geht darum, die nächste Generation mit Begeisterung, Geduld und klaren Coaching-Tools an diesen wunderbaren Sport heranzuführen.
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